Stellplatz-Knigge

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Kennt den Knigge eigentlich noch jemand? Von den jüngeren Herrschaften unter uns wahrscheinlich niemand, oder?

“Das goldene Buch des Anstandes – Der gute Ton in Wort und Bild”, so lautet der Text auf der Titelseite eines solchen Werkes.

Ein Kapitel heißt da Vorschriften rund um Auto, Taxameter, Kutsche, womit wir dann beim Thema wären, nämlich dem Parken mit dem Wohnmobil auf einem Wohnmobilstellplatz.

Gerne beobachtet, wo eins steht, paßt garantiert noch ein zweites eng daneben gepflanzt. Selbst wenn noch genügend Platz wäre, rund herum.

Gerne beobachtet auch mit dem PKW auf dem Supermarktparkplatz. Man stellt sich extra etwas weiter weg, damit es keine Kratzer gibt. Und was ist, wenn man wiederkommt? Natürlich steht so ein Depp Künstler dicht an dicht.

Parkmarkierungen sind sowieso nur Empfehlungen und kein Muß. Am besten immer quer über drei Plätze residieren.

Vor dem Abendessen muß noch schnell der Müll entsorgt werden? Aber die offiziellen Mülltonnen sind sooo weit weg? Da bietet sich natürlich die nächste Ecke an, die sowieso nicht gut einsehbar ist und windgeschützt, da passiert ja nix. Und Mülltrennung? Nur was für Langweiler.

Toilettentanks kann man getrost in den Gulli kippen, denn da sitzen ja bekanntlich kleine grüne Männchen drunter und sammeln alles wieder ein, was falsch runterläuft.

Nach getaner Entleerung dann mit dem Schlauch für das Frischwasser fix gespült, so hat auch der nächste noch was davon, wenn er Frischwasser für den Frischwassertank zapfen tut. Lecker!

In irgendeinem Land wird jetzt Jagd auf Liegenreservierer gemacht, aber das fischt den Proficamper natürlich nicht an, schließlich braucht der Mensch Hund ja auch Auslauf. So eine kleine Einzäunung hat doch noch niemandem geschadet, oder?

Wenn es dann ans Schlafen geht, freut man sich sehr, wenn man noch ordentlich mit Musik aus -truhe oder Glotze – natürlich in voller Lautstärke – auf die Ohren bekommt.

Auch gerne genommen, die Klimaanlage, die rasselt und pfeift. Sind ja nur neidisch, die, die keine haben, ätsch!

Und die Gewitterwolke (die Schiebetür vom Bulli) am besten bei jedem Toilettengang ordentlich zuschlagen, da weiß man wenigstens, daß man noch lebt.

QED – oder so.

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